Hunde-Pflege

Fragen und Antworten

Man kann ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.
Heinz Rüh­mann

Kurz oder lang, die Lösung liegt immer in der Mitte

Ein guter Hun­de­fri­seur ver­mei­det das Kahl­sche­ren Er kre­iert lie­ber pfle­ge­leich­te, all­täg­li­che Fri­su­ren und gibt Tipps, wie die Fell­pfle­ge zu Hau­se aus­se­hen soll­te, und in wel­chem Abstand Ter­mi­ne gemacht wer­den soll­ten.

 

Kahl­sche­ren kann nur als ein Not­pro­gramm in Extrem­fäl­len die Lösung sein, z.B. Bei Krank­heit oder Extrem­ver­fil­zun­gen. Das Fell soll ja Som­mer wie Win­ter aus­glei­chend gegen Hit­ze und Käl­te wir­ken.

 

Hun­de kön­nen Win­ter wie Som­mer, Früh­jahr wie Herbst gepflegt wer­den und ihr Aus­se­hen ganz­jäh­rig bei­be­hal­ten.

 

Um den Hund vor Hit­ze, aber auch vor Käl­te zu schüt­zen, muss das Fell luf­tig und locker sein. Fell­pfle­ge­pau­sen in den Win­ter­mo­na­ten kön­nen im Früh­jahr leicht zu Ver­fil­zun­gen und dar­aus resul­tie­ren­den Haut­ir­ri­ta­tio­nen füh­ren. Die Fol­gen sind ent­we­der ein müh­sa­mes, zeit­in­ten­si­ves Aus­bürs­ten des Fil­zes (dadurch finan­zi­el­ler Mehr­auf­wand) oder aber das Sche­ren des Fells, je nach Grad der Ver­fil­zung – bis sehr kurz.

Analbeutel / Drüsen

Die Anal­beu­tel des Hun­des lie­gen unsicht­bar unter der Haut, beid­sei­tig in der Höhe 8/16 Uhr des Darm­aus­gan­ges, des Anus. Sie sind je über einen Kanal mit dem Darm ver­bun­den. Ihr Zweck ist die Abson­de­rung eines Duft­se­kre­tes beim Abset­zen des Kotes. Genau der Druck, den der Kot auf die Anal­beu­tel aus­übt, presst das Sekret durch die Kanä­le in den Darm. Die­ses Duft­se­kret dient als Erken­nungs­merk­mal und zur Revier­mar­kie­rung. Set­zen Hun­de Kot ab, wer­den die Anal­beu­tel regel­mä­ßig ent­leert.

 

Pro­ble­me mit den Anal­beu­teln kom­men beim Hund häu­fig vor, es gibt ver­schie­de­ne Ursa­chen dafür:

Das Sekret kann sich ver­än­dern, so dass es dadurch zur Ver­stop­fung der Anal­beu­tel kommt.

Ent­zün­dun­gen der Darm­schleim­haut, Para­si­ten, zu wei­cher Kot kön­nen die regel­mä­ßi­ge Ent­lee­rung ver­hin­dern.

Man­che Hun­de pro­du­zie­ren von Geburt an ein zu dick­flüs­si­ges Sekret, das leicht in den Kanä­len ein­trock­net und die­se so ver­stopft.

 

Die Sym­pto­me sind:

das Rut­schen mit dem Po über den Boden, das soge­nann­te “Schlit­ten fah­ren”, eif­ri­ges aus­dau­ern­des Lecken oder Knab­bern am Po, am Schwanz­an­satz und an den Flan­ken.

 

Anal­beu­tel sel­ber aus­drü­cken??

Das Ent­lee­ren der Anal­beu­tel erfor­dert ein gewis­ses Maß an Geschick. Hun­de­fri­seu­re oder Tier­ärz­te kön­nen das schnel­ler und bes­ser.

So sieht ein geplatzter Analbeutel aus.

So sieht ein geplatz­ter Anal­beu­tel aus.

 

Beruhigungsmittel

Wir arbei­ten auf kei­nen Fall mit Beru­hi­gungs­mit­teln. Bei aggres­si­ven Hun­den ver­wen­den wir, wenn es nicht anders geht, einen Maul­korb.

Der Galgen

War­um arbei­ten wir mit dem soge­nann­ten Gal­gen?

 

Der Gal­gen ist kein Fol­ter­in­stru­ment!

 

Er dient der Sicher­heit, ver­hin­dert, dass der Hund vom Tisch fällt oder springt und sich dabei viel­leicht schwer verletzt.Sicherlich haben wir auch Hun­de, die ohne Gal­gen ste­hen blei­ben. Aber es gibt eben auch Hun­de, die sich immer set­zen oder ähn­li­ches und uns das Arbei­ten so erschwe­ren, bei die­sen Hun­den dient er zur Unter­stüt­zung.

Dabei bleiben

Es ist ver­gleich­bar mit dem Kin­der­gar­ten: Solan­ge man die Mama / den Papa sieht, klam­mert man und fin­det alles beson­ders schlimm und hofft auf Hil­fe, die dann dar­in bestärkt, dass etwas Schlim­mes pas­siert.

 

Ist die Mama oder der Papa weg, ist alles nur noch halb so schlimm.

 

Um die­sen Stress für Ihren Hund zu ver­mei­den, dass er natür­lich zu Frau­chen oder Herr­chen will, kön­nen Sie im Hun­de­wohn­zim­mer (nicht im Behand­lungs­raum) Platz neh­men und bei einem Glas Was­ser oder einer Tas­se Kaf­fee war­ten, bis ihr Lieb­ling fer­tig ist.

 

Sagen Sie uns bit­te bei der Ter­min-Ver­ein­ba­rung, dass Sie dabei blei­ben möch­ten, da wir dann extra Zeit ein­pla­nen müs­sen, erfah­rungs­ge­mäß dau­ert die Behand­lung dann 30–45 Min. län­ger. Sie kön­nen aber auch die Zeit nut­zen, um ande­re Din­ge ohne Zeit­druck zu erle­di­gen. Aus Erfah­rung wird die Behand­lung für Ihren Schatz wesent­lich ein­fa­cher, wenn Sie nicht dabei blei­ben.

 

Wir rufen Sie an, wenn Ihr Hund fer­tig ist, und in der Zeit, bis Sie ihn abho­len kom­men, kann er mit unse­ren Huta-Gäs­ten (die natür­lich sozi­al-ver­träg­lich sind) spie­len oder sich ein Plätz­chen suchen, wo er sich aus­ru­hen kann, da das kon­zen­trier­te Ste­hen bei der Behand­lung für Ihren Lieb­ling auch anstren­gend ist.

 

Wir küm­mern uns auf jeden Fall lie­be­voll um Ihren Lieb­ling. Natür­lich wird Ihr Hund mit Was­ser oder Lecker­lies (wenn gewünscht) ver­sorgt. So ist Ihr Hund aus­ge­gli­chen und Sie sind ent­spannt.

Ohrenentzündung beim Hund

Juck­reiz, Krat­zen, Schüt­teln, eine Schräg­hal­tung des Kop­fes, aber auch Über­sprungs­hand­lun­gen (Hand­lun­gen, die der Hund an ande­ren Kör­per­tei­len vor­nimmt als an denen, die ihm weh tun) wie Pfo­ten knab­bern, häu­fi­ges, aus­gie­bi­ges Wäl­zen im Gras oder gar auf har­ten Böden, Rob­ben über den Tep­pich zu Hau­se oder das Rei­ben des Kop­fes an Wän­den ent­lang kön­nen Zei­chen für eine Ohr­ent­zün­dung beim Hund sein. Auch eine unge­wöhn­li­che Art des Lie­gens, z. B. Kinn platt auf den Boden mit leicht geneig­ten Kopf, kann auf Ohren­schmer­zen hin­wei­sen. Ins­be­son­de­re, wenn der Hund sehr belieb­te Tätig­kei­ten, wie z.B. Fres­sen oder Spa­zier­gän­ge unter­bricht, um die­se Tätig­kei­ten vor­zu­neh­men, ist meist schon eine hef­ti­ge Ohren­ent­zün­dung da. So weit soll­te man es gar nicht erst kom­men las­sen, denn alle Stö­run­gen am Kopf sind beson­ders unan­ge­nehm und beson­ders schmerz­haft, da sie so nah am Ner­ven­zen­tren lie­gen.

 

Bes­ser ist es also, regel­mä­ßig die Ohren des Hun­des zu kon­trol­lie­ren. Beim regel­mä­ßi­gen Fri­seur­ter­min oder im Rah­men des täg­li­chen Trai­nings zu Hau­se gewöhnt sich der Hund an die­se Kon­trol­le.

 

Juck­reiz und Schmer­zen kön­nen aus­ge­löst wer­den von Mil­ben, aber auch von Bak­te­ri­en, die sich über­mä­ßig ver­mehrt haben. Eine wei­te­re Ursa­che kön­nen Fremd­kör­per sein, die im Ohr ste­cken. Bei Hun­den sind dies oft­mals Gran­nen von Getrei­de, weil der Hund z.B. neben einem Feld geschnup­pert hat oder gar durch­ge­lau­fen ist. Die ein­fachs­te Ursa­che für Juck­reiz im Ohr ist dabei ein­fach nur ver­mehr­te Ohren­schmalz­bil­dung, denn auch Knüb­bel­chen von Ohren­schmalz, ver­mischt mit Staub, füh­len sich für den Hund wie ein übler Fremd­kör­per an und nicht immer las­sen sich die­se ein­fach her­aus­schüt­teln. So gibt es z.B. Hun­de­ras­sen, deren Innen­ohr­be­haa­rung so stark ist, dass die Ohren regel­mä­ßig innen aus­ge­zupft wer­den müs­sen, da der Hund sonst nicht mehr rich­tig hören kann oder Ohren­schmalz sich an der Behaa­rung fest­haf­tet und den Hund stört. Dun­kel­brau­ne oder rot­brau­ne Abson­de­run­gen sind immer ein Zei­chen dafür, dass etwas im Ohr nicht stimmt. Den ent­nom­me­nen Ohr­dreck soll­ten Sie nun gründ­lich anschau­en. Rot-brau­ner, krü­me­li­ger Schmutz kann von Mil­ben­be­fall stam­men. Fet­ti­ger brau­ner Schmutz spricht für eine Ohren­ent­zün­dung, kann man die­se nicht her­aus­lö­sen und/oder es ist gel­ber Schmutz, der für eine Ver­ei­te­rung spricht, dann soll­te in jedem Fall zunächst eine Ohren­un­ter­su­chung beim Tier­arzt durch­ge­führt wer­den. Soll­te eine Infek­ti­on mit Pil­zen fest­ge­stellt wer­den (z.B. Mal­as­se­zi­en oder ande­re), kann die Behand­lung sehr lan­ge dau­ern.

 

Medi­zi­ni­sche Behand­lun­gen mit anti­bio­ti­schen Mit­teln geben Sie bit­te exakt so lan­ge, wie der Tier­arzt gesagt hat und set­zen das Mit­tel nicht vor­zei­tig ab, selbst wenn die Sym­pto­me ver­schwun­den sind. Dies ist wich­tig, damit die Mit­tel rich­tig wir­ken kön­nen und damit die Erre­ger kei­ne Resis­ten­zen gegen das Anti­bio­ti­kum auf­bau­en. Sonst wirkt das Mit­tel ggf. im Wie­der­ho­lungs­fal­le nicht mehr. Es gibt nicht beson­ders vie­le Mit­tel, die bei Ohren­ent­zün­dun­gen von Hun­den ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Jede auf­ge­bau­te Resis­tenz kann daher fata­le Fol­gen haben.

Fotogalerie Ohrenpflege

Zahnstein beim Hund

Im Mund ver­ur­sacht Zahn­stein eine Rei­he an schlim­men Ergeb­nis­sen. Auf Grund der Bak­te­ri­en­her­de in der Mund­höh­le kommt es zunächst zu Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen, infi­zier­ten Zahn­fleisch­taschen, Par­odon­to­se und letzt­end­lich zum Aller­schlimms­ten: dem Zahn­ver­lust unter star­ken Schmer­zen. Das waren die Aus­wir­kun­gen, die den Hun­de­mund bedro­hen. Aber was gefähr­det die Orga­ne und wie­so haben die Zäh­ne etwas damit zu tun? Die schäd­li­chen Bak­te­ri­en aus der Mund­höh­le gelan­gen mit der Atmung und der Nah­rung in das Inners­te unse­res Hun­des und rich­ten dort noch weit­aus grö­ße­ren Scha­den an als im Mund. Beson­ders Herz­pro­ble­me sind eine erns­te Erschei­nung, die durch Zahn­stein ver­ur­sacht sein kön­nen. Des Wei­te­ren sind fol­gen­de Orga­ne bedroht: Die Leber und die Nie­ren.

 

Auf jeden Fall soll­ten Sie Ihrem Hund in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, am bes­ten zu jedem ers­ten Tag des Monats, in den Mund schau­en und Zahn­fleisch und Zäh­ne kon­trol­lie­ren. Zu Ihrer bei­der Sicher­heit stel­len Sie Ihren Hund ein­mal jähr­lich zur Zahn- und Zahn­fleisch­kon­trol­le bei Ihrem Tier­arzt vor. Denn beden­ken Sie: Ihr Hund wird Ihnen sei­ne Zahn­schmer­zen nicht ver­ra­ten.

 

zahnstein

So sol­len die Zäh­ne nicht aus­se­hen.